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Ortsgruppe Friedrichshafen

Das FND (Flächenhaftes Naturdenkmal) "Oberesch" (seit 1993 geschützt) ist nur klein, aber durch seinen Blütenreichtum wertvoll. Das Gebiet ist außerdem als Biotop 8222-435-1620 "Feuchtgebiet "Oberesch" nördlich Weiler" mit einer besonderen Hochstaudenflur quelliger und sumpfiger Standorte kartiert.

Folgende geschützte Arten wurden 1986 festgestellt:
Ophioglossum vulgatum - Natternzunge
Gymnadenia conopea - Mückenhändelwurz
Dactylorhiza majalis - Breitblättriges Knabenkraut
Listera ovata - Großes Zweiblatt
Epipactis palustris - Sumpf-Stendelwurz 

Leider sind diese Pflanzen inzwischen verschwunden, aber das sich vermehrende Pfeifengras zeigt, dass Chancen auf eine Wiederansiedlung der Orchideen und des Natternzungen-Farns bestehen.

Dost

Gründe für das Verschwinden der seltenen Pflanzen sind vermutlich

  • eine zunehmende Austrocknung des Gebietes u.a. durch eine massive Eintiefung des Grabens, der zur Entwässerung der angrenzenden Wiese dient, aber auch das Wasser aus dem "Oberesch" abzieht.

  • Dazu kommt der düngende Stickstoffeintrag aus der Luft (Auto- und andere Abgase). Als Folge davon nimmt der Bestand von Mädesüß, Blutweiderich und Brombeere stark zu.

Trotzdem ist das "Oberesch" noch ein wertvoller Lebensraum. Im Sommer bietet es durch seine zahlreichen blühenden Hochstauden Nahrung für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge usw.
Diese Insekten haben es in der intensiv genutzten Agrarlandschaft schwer, Nektar und Pollen zu finden. Schmetterlingsraupen brauchen auch "Unkraut" wie z.B. Brennnesseln, um sich zu einem Falter entwickeln zu können.

Um die Lebensbedingungen für seltene Pflanzen zu verbessern und damit ihre Rückkehr zu ermöglichen, haben wir mehrere Maßnahmen ergriffen:

  • Zur Vernässung haben wir einen Teil des Grabenwassers auf unsere Fläche geleitet (Danke für die Mithilfe der FÖJler der städtischen Umweltabteilung) und den Graben im Unterlauf an einigen Stellen aufgestaut. Er wird vom Besitzer der Fläche nicht mehr geräumt, sodass er langsam zuwächst und damit weinger Wasser aus dem Boden abzieht.

  • Um das Zuwachsen mit Büschen zu verhindern und den Stickstoffeintrag auszugleichen, wird die Fläche jedes Jahr gemäht z.T.  mit dem Balkenmäher (Maschinenring), z.T. mit dem Freischneider (durch uns). Das Schnittgut muss anschließend von Hand hinaus getragen oder mit einer Plane hinaus geschleift werden.

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