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Ortsgruppe Friedrichshafen

Flächen sparen!

Jedes Jahr 1.811 Fußballplätze: Das ist die Fläche, die in Baden-Württemberg zugebaut, betoniert oder geteert wird – das sind täglich 3,5 Hektar (Stand 2016). Der Flächenverbrauch hat viele Ursachen. Hauptsächlich werden Freiflächen für Bauland und Verkehr verbraucht. (Luftbild: LUBW)

Aktueller Anlass

Liebherr + ATT wollen ihre Produktion vergrößern und dies soll möglicherweise auf Kosten des Seewaldes gehen. Deshalb soll der Flächennutzungsplan geändert und ein Bebauungsplan aufgestellt werden.

Die offiziellen Unterlagen finden Sie hier: https://sitzungsdienst.friedrichshafen.de/to0040.asp?__ksinr=291874&toselect=300446  
Auch Schwäbische Zeitung und Südkurier berichteten darüber (s.u.).

Im Moment steht "nur" eine Fläche von etwa 3,5 ha zur Debatte, es ist aber zu befürchten, dass bei weiterem Bedarf weitere Waldflächen geopfert werden.
Infos zu den damit verbundenen ökologischen Schäden finden Sie hier.

BUND, NABU und LNV lehnen die Änderung des Flächennutzungsplanes (FNP) und den Bebauungsplan (BP) - beides im Vorentwurf - für diese Fläche ab.

Stellungnahme zur FNP-Änderung

Stellungnahme zum BP



Das Aktionsbündnis befragte die Kandidaten für den Gemeinderat vor der Wahl im Mai 2019 zu ihrer Meinung zur möglichen Rodung im Seewald:

Statemtents der Parteien


Das Problem des Flächenfraßes durch Industrie und Gewerbe geht weit über den aktuellen Anlass hinaus

Auch andere Betriebe in Friedrichshafen haben Flächenbedarf für eine Erweiterung angemeldet - 90.000 m2 laut Stadtverwaltung. Die Verwaltung scheint die Wünsche der Betriebe zu übernehmen, ohne zu hinterfragen, ob die geplanten Erweiterungen nicht auch flächensparender und damit ökologischer verwirklicht werden könnten. 
Im Entwurf zur Fortschreibung des Regionalplans ist ein mögliches neues Gewerbegebiet mit 29,5 ha bei Hirschlatt vorgeschlagen, im gesamten Bodenseekreis Gewerbegebiete mit insges. 164,7 ha.
Zudem (ver)brauchen Straßenbau (B 31!!), Wohnungsbau u.a. auch Platz.
Und jeder Bau kostet Fläche, die für die Natur, das Stadtklima, die Landwirtschaft oder den Wasserhaushalt wichtig ist. 

Der BUND Friedrichshafen hat seine Position zum Flächenfraß in einem Papier zusammengefasst. Darin sind auch Forderungen an Industrie und Stadtverwaltung enthalten, wie man den Flächenverbrauch eindämmen könnte.

Positionspapier

 

Entwurf zum neuen Regionalplan

In dem Entwurf sind fast 3000 ha neue Bauflächen für Industrie, Wohnungen, Straßen usw. vorgesehen für Bodenseekreis + Kreis Ravensburg + Kreis Sigmaringen zusammen. Allein im Bodenseekreis sind es etwa 215 ha für Industrie und Wohnungen.
Dazu kommen noch die Flächen, über die die Gemeinden selbständig entscheiden können.

Nachhaltiger Umgang mit der begrenzten Fläche der Erde sieht anders aus!
Der BUND kritisiert dies in seiner Stellungnahme (demnächst einsehbar).

Die Entwurfs-Unterlagen zum neuen Regionalplan finden Sie unter https://www.rvbo.de/Planung/Fortschreibung-Regionalplan  

Es ist also dringend angesagt, sich Gedanken darüber zu machen, wie man auch in Industrie und Gewerbe Flächen sparen kann. 

Es gibt viele gute Ideen, wie man Industriebetriebe flächensparend erweitern kann. Einige bereits existierende Beispiele hierzu enthält eine interessante Broschüre der Stadt Karlsruhe:

  • Auf Produktionshallen Büros, Werkstätten u.ä. errichten
  • Autos in Tiefgaragen statt ebenerdige Parkplätze
  • Anreize für ÖPNV- oder Fahrradnutzung
  • Raummodule für Büros, Schlungsräume usw. in die Werkshalle
  • Zweistöckige Produktion
  • Stapelung von Nutzungen
  • Gemeinsame Nutzung von Kantine, Erholungseinrichtungen, Betriebskindergarten usw. mit den Nachbarbetrieben - nicht jeder muss alles selbst bauen.

 Die Karlsruher Broschüre ist hier zu finden:  https://aktion-flaeche.de/unternehmensstandorte-flaechensparend-und-zukunftsfaehig-entwickeln

 

Wenn man im Luftbild anschaut, wie viel Industriefläche in Friedrichshafen vorhanden ist und man sich dann überlegt, die oben genannten Beipiele hier anzuwenden - welche große Fläche für Industrieerweiterungen stünde dann zur Verfügung!

Auch von der Industrie- und Handelskammer (IHK) gibt es Informationen hierzu. In einer Broschüre der IHK Nordschwarzwald wird neben Beispielen auch dargestellt, welchen Nutzen Betriebe z.B. von einer flächensparenden Bauweise haben.

Hier finden Sie diese Broschüre:  https://www.nordschwarzwald.ihk24.de/blob/pfihk24/produktmarken/standort/downloads/2606258/5845b197982ae8cd37183f8bb80f62f3/Leitfaden_Anforderungen_an_das_Gewerbe-_und_Industriegebiet_der--1--data.pdf

 

Boden gut machen! 

Die BUND-Broschüre zur zukunftsfähigen Raumnutzung beleuchtet das Problem des enormen Flächenverbrauchs von verschiedenen Seiten:

  • Ursachen des Flächenfraßes
  • Alternativen dazu
  • Instrumente, die zu einem sparsamen Umgang mit der begrenzten Fläche unseres Planeten führen können

Hier finden Sie diese Broschüre zum herunterladen: https://www.bund.net/service/publikationen/detail/publication/zukunftsfaehige-raumnutzung-boden-gut-machen/ 

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