Ortsgruppe Friedrichshafen

Tierkinder - ein wichtiger Hinweis !!!

 (Marion Morcher)

Viele Tierkinder, die man zurzeit beim Spaziergang oder im eigenen Garten findet, sind NICHT in Not und brauchen KEINE Hilfe. Sie werden in den allermeisten Fällen noch von ihren Eltern versorgt, auch wenn man diese nicht sieht. 

Feldhasen legen ihre Jungen tagsüber in Sassen (Mulden) ab, wo sie dann verharren, da die Mutter meist nur nachts zum Säugen vorbei kommt. Auch dass ein Jungtier allein ohne seine Geschwister in einer Mulde sitzt, ist vollkommen normal – denn oftmals trennen sich die Kleinen wenige Tage nach der Geburt und verteilen sich auf mehrere Mulden, um so die Überlebenschancen zu erhöhen, sollte eine Räuber eine Sasse finden.

Der BUND empfiehlt deshalb Hasen- oder andere Säugetierjunge NICHT anzufassen, sie werden sonst von ihrer Mutter wegen des menschlichen Geruchs nicht mehr angenommen.

Sollte ein Vogeljunges auf der Straße sitzen, kann man es in die Hände nehmen und an eine sichere Stelle in der Nähe in den Schatten setzen, denn bei Vögeln ist der Geruchssinn weniger ausgeprägt, sodass sie trotzdem weiter von den Eltern gefüttert werden.

Nur in absoluten Ausnahmefällen brauchen Tierkinder Hilfe und diese sind: 

• offensichtlich verletzte Tiere 

• Tierkinder, die vom Hund oder der Katze angeschleppt wurden 

• die von Krähen attackiert werden 

• die kränklich auf der Seite liegen 

• deren Mutter tot in unmittelbarer Umgebung der Jungtiere liegt 

•  Anders bei Eichhörnchen: finden Sie Jungtiere am Boden, benötigen diese in den meisten Fällen Hilfe. (s.u.). 

In diesen Notfällen bitte umgehend das Tier zu einem Tierarzt bringen!  Die Aufzucht von Tierjungen gehört nur in Expertenhände – auch aus juristischen Gründen, kleinste Fehler bedeuten sonst den Tod des Tieres. 

Bei großen verletzten Wildtieren muss die Polizei verständigt werden, bzw. ein Jäger.

Da die meisten Wildtiere jetzt ihre Jungen aufziehen, gehören jagende Hunde unbedingt an die Leine.

SOS Eichhörnchen

Wenn Jungtiere aus ihren Kobeln fallen, brauchen sie Hilfe

Ein Eichhörnchen-Junges in Not erkennt man daran, dass es seine Scheu vor Menschen ablegt und sich leicht einfangen lässt. Das kommt vor, wenn Eichhörnchen ihre Mutter verlieren. Dann kann es sein, dass die Kleinen in ihrer Verzweiflung Menschen hinterherrennen oder ihnen sogar die Hosenbeine hochkrabbeln. Als Erste-Hilfe-Maßnahme ist es wichtig, Jungtiere warm zu halten. Wickeln Sie das Eichhörnchen in ein Handtuch oder einen Schal. Wenn sie beides nicht zur Hand haben, hilft auch eine warme Jackentasche.

Erste Hilfe für einsame Jungtiere

Danach suchen Sie die Umgebung nach der Mutter oder weiteren hilflosen Geschwistern ab. Ist die Mutter in der Nähe, setzen sie das Junge mit der wärmenden Hülle auf dem Boden ab und entfernen sie sich ein gutes Stück. Die Mutter wird versuchen ihr Junges zurück ins Nest zu holen. Kommt die Mutter nicht zurück oder ist das Eichhörnchen verletzt, nehmen Sie Kontakt zu einer Wildtierauffangstation auf. In der Zwischenzeit kann das Eichhörnchen mit einer selbst hergestellten Elektrolytlösung versorgt werden. Dazu werden 200 Milliliter Fencheltee mit einem Teelöffel Honig und einer kleinen Prise Salz gemischt. Eine Wärmflasche mit Körpertemperatur hält das Jungtier in einer kleinen Kiste oder einem Korb warm.

Weitere Infos: