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Ortsgruppe Friedrichshafen

Igel sind nacht- und dämmerungsaktive Tiere. Wenn Sie tagsüber einen Igel finden, braucht das Tier womöglich Hilfe.

Hilfebedürftig sind:

  • Verwaiste Igelsäuglinge
  • Verletzte Igel: Ein verletzter Igel muss sofort versorgt werden!!! Unterkühlte Igel / Schutz vor Unterkühlung, s.u.
  • Kranke Igel: Tagsüber herumlaufend oder liegend, apathisch, mager, eingefallene Augen
  • Igel, die nach Wintereinbruch, d.h. bei Dauerfrost und / oder Schnee, ebenfalls meist am Tag herumlaufen und einen geschwächten Eindruck machen.
  • Igel, die scheinbar noch sehr klein sind: Dazu zählen Jungtiere, die im November noch deutlich unter 500 Gramm wiegen. Soviel sollte ein in diesem Jahr geborener Igel wenigstens auf die Waage bringen, um den ersten Winterschlaf aus eigener Kraft zu überstehen.
  • Igel, die Sie an / auf einer stark befahrenen Straße finden: oft reicht es, wenn Sie das Tier von dort weg bringen und in der Nähe in Sicherheit wieder aussetzen. Igel kennen sich durchaus in einem Radius von 500 Metern in ihrer Umgebung aus.

Wichtiger Hinweis: Umgang mit Fundtieren

Achtung:

Manche Tierfreunde meinen, es ist ausreichend den Igel in einen Eimer zu setzen und einen Apfel dazuzutun. Igel essen (trotz gängiger Meinung) KEINE Äpfel! Die Tiere sollten auch dringend vor Kälte geschützt werden! Igel haben nur am Bauch etwas Fell, die Stacheln schützen sie vor Fressfeinden, Kälte aber sind sie hilflos ausgeliefert! S. Schutz vor Unterkühlung.

Viele Igelstationen warnen vor der Behandlung Spot-On-Präparaten gegen Zecken und Flöhe. Dieses sind für Igel tödlich! Scheinbar wissen das auch nicht alle Tierärzte.

Igel auf Verletzungen untersuchen!

Dazu muss man auch Kopf, Bauchseite und Beine inspizieren.

Unterkühlte Igel wärmen!

Eine Unterkühlung ist vorhanden, wenn sich das Tier an der Bauchseite deutlich kälter als die eigene Hand anfühlt. Eine mit gut handwarmem Wasser gefüllte Gummiwärmeflasche umwickelt man mit einem Frotteehandtuch (ohne Aufhänger, ohne Löcher oder heraushängende Fäden - Verletzungsgefahr!) und legt sie in einen passenden, hochwandigen Karton. Darauf setzt man den Igel und deckt ihn mit einem weiteren Handtuch zu.

Außenparasiten entfernen!

In der warmen Jahreszeit findet man Fliegeneier und -maden in Wunden, aber auch in den Körperöffnungen (Ohren, Mund, After etc.) unverletzter, jedoch kranker und schwacher Tiere. Diese müssen unverzüglich entfernt werden. Fliegeneier sind weißliche, etwa 1,5 mm lange aneinanderklebende Stäbchen, Fliegenmaden kleine weißliche Würmchen. Man sammle sie sehr sorgfältig mit der Pinzette ab. Igelflöhe lassen sich am besten mit einem speziellen Spray (keinen Puder verwenden!) - aus der Zoohandlung oder vom Tierarzt entfernen. Zecken nicht mit Öl, Nagellack oder Klebstoff behandeln! Man fasst sie mit einer Pinzette möglichst dicht an der Haut des Igels und zieht sie ruckartig heraus. Die Tiere sollten nur in absoluten Ausnahmefällen gebadet werden, denn diese Prozedur stresst sie zusätzlich.

Tierarzt und/oder Igelstation aufsuchen!

In jedem Fall und so bald wie möglich sollte man eine Igelstation und/oder den Tierarzt aufsuchen. Verletzungen zu versorgen ist Sache des Tierarztes; er hilft (wie auch die Igelstation) bei der Entfernung von Außen- und Innenparasiten. Außerdem kann er mit den entsprechenden Präparaten auch sehr geschwächten Tieren helfen. Ein kranker oder verletzter Igel ist dringend auf fachmännische Hilfe angewiesen - Unterkunft und Nahrung allein helfen ihm nicht!

Schutz vor Unterkühlung

Sollte einige Zeit verstreichen bis sie ein Fundtier dem Tierarzt / der Igelstation vorstellen können, sollten Sie das Tier vor Unterkühlung schützen.

Unterlegen Sie den Karton in den Sie den Igel aufbewahren, dick mit Zeitung und füllen Sie ihn mit Heu / Stroh oder zusammengeknülltes Zeitungspapier.

Weiter s. Tierärzte und Igelstationen ⇒ 6. Igelhilfe 

weitere Infos auf:

www.pro-igel.de/igel_gefunden/winterschlaf  

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