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Ortsgruppe Friedrichshafen

Uferweg Seemoos-Manzell

Ein Spaziergang am Bodenseeufer ist was Schönes. Aber da die Ufergrundstücke weitgehend in Privatbesitz sind, ist dieser Genuss eher selten zu haben. Deshalb haben sich sicherlich viele Häfler Bürger/innen gefreut, dass 2015 der Uferweg vor der MTU in Manzell gebaut wurde.

Der BUND gönnt den Naturliebhabern die freie Sicht auf den Bodensee. Wir möchten aber einige Naturschutz-Argumente zu Bedenken geben und damit anregen, darüber nachzudenken, ob der Uferweg nicht in einer anderen Art und Weise als geplant hätte realisiert werden sollen.

Der Weg wurde vor der Ufermauer des MTU-Geländes im Wasser aufgeschüttet. Damit er auch beim frühsommerlichen Höchststand des Sees begehbar ist, waren große Mengen an Steinen, Kies und Sand nötig, die in die Flachwasserzone geschüttet werden mussten. Dies wird in den Planunterlagen auch als ökologische Verbesserung bezeichnet gegenüber dem Zustand zuvor.

Der BUND hat mehrere Stellungnahmen zu den Plänen und deren Änderungen verfasst. Unserer Meinung nach enthalten die  Pläne so gravierende Mängel bezüglich Schutz von Tieren und Pflanzen, dass wir sie ablehnen mussten. Unsere verschiedenen Stellungnahmen finden Sie auf unserer alten Homepage.

Der BUND FN hat starke Zweifel an der Aussage der Behörden, dass durch den Uferweg die ökologische Situation des Ufers verbessert werde.  

Vor dem Bau des Uferweges

 

Wie aus den Bildern deutlich sichtbar wird, fiel das Ufer vor den Baumaßnahmen schräg zum Wasser hin ab; es gab unterschiedliche Gesteinsgrößen. Mit Uferweg herrscht senkrechtes Ufer vor, das fast nur aus großen Gesteinsblöcken besteht.  

Ähnliche Uferstelle wie im Bild oben, mit Uferweg
Seeboden an der MTU-Ufermauer vor dem Bau des Uferweges

 

 

Vor der MTU-Ufermauer wurde das Ufer durch den Weg zwar schräger, aber es wurden auch viele Quadratmeter natürlichen Seebodens mit dem Uferweg zugedeckt.  

Uferweg vor der MTU-Ufermauer

Der BUND FN ist nicht prinzipiell gegen den Uferweg. Wir meinen nur, dass die Planung und die Ausführung nicht die ökologisch optimale Lösung darstellen.
Im östlichen Teil wäre u.E. ein Steg besser als die ökologisch bedenkliche Vorschüttung mit Kies und Felsblöcken. Wir befürchten negative Einlüsse auf die Flachwasserzone und durch Kiesverdriftung auch auf die Bestände des Bodenseevergissmeinnichts östlich der MTU.
Auch den angrenzenden Baumbestand sehen wir gefährdet, teils durch die Bauarbeiten, teils durch die anschließend bestehende "Wegesicherungspflicht".

Schon im Mai 2015, also noch vor der Einweihung des Uferweges, zeigte es sich, dass der BUND mit seinen Bedenken bezüglich Ausspülung und Verdriftung von Kies recht hatte. Es musste bereits jetzt, ohne großen Föhnsturm o.ä., an einigen Stellen Material nachgefüllt werden, weil der Weg sich gesenkt hatte.
Hinzu kommen die beinahe jährlich notwendigen mehrere Tonnen Kies- und Sandaufschüttungen, weil das Wasser und die Wellen den Uferweg immer wieder ausspülen und beschädigen.

Wo landet dieses ganze ausgespülte Material??? 

Die Zukunft wird zeigen, ob unsere ökologischen Bedenken nicht doch zutreffen. Allerdings wird es dann zu spät sein, wenn die negativen Folgen sichtbar werden.   

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