Ortsgruppe Friedrichshafen

Altdeponien Weilermühle

Bild: BUND FN, L.C.+J.Czerny Frühjahr 2020

Auslöser unserer Recherchen war eine "dubiose" Drainage - s. nebenstehendes Bild vom Frühjahr 2020.

Das Landratsamt - Amt für Wasser- und Bodenschutz - teilte uns auf unsere Anfrage mit, dass es sich vermutlich um eine Ocker-Ausfällung handle, sie sei aber wegen ihrer geringen Menge für die Rotach unschädlich. Über die Ursache des Ocker-Austritts aus der Drainage wisse man nichts.

Nachdem vom LRA keine weiteren Informationen über den "Verursacher" des Ockers kamen, haben wir im Herbst 2020 selbst recherchiert:

  • Anwohner berichteten, dass oberhalb des Drainagerohres in der Nachkriegszeit und den 1950er Jahren Bauschutt abgelagert worden war. Dies könnte die Ockerbildung erklären, da der Bauschutt vermutlich Eisenteile enthielt.
  • Anwohner berichteten weiterhin, dass weiter südöstlich, heute im Wald, in der selben Zeit die Hausmülldeponie von Ailingen war.

Auf unsere Nachfrage beim Landratsamt mit diesen Informationen teilte uns das Amt für Wasser- und Bodenschutz mit, dass ihnen nur die Hausmülldeponie bekannt sei, nicht aber die Bauschuttablagerung.
Für eine Untersuchung der Sickerwässer aus der Hausmülldeponie wurde bei einer Vorklassifizierung der Ablagerung kein Handlungsbedarf gesehen.

Die farbigen Flächen sind geschützte Biotope. Grundlage: Daten aus dem Umweltinformationssystem (UIS) der LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg, Einzeichnungen BUND FN

Die Sickerwässer von beiden Deponien laufen zumindest teilweise in die Rotach und damit in den Bodensee. Auch das Grundwasser könnte dadurch verschmutzt werden.

In der Nachkriegszeit und den 1950er Jahren wurde alles mögliche auf Hausmülldeponien entsorgt, von Metzgereiabfällen bis ganzen Autos (Altdeponie Fischbach).
Aus der Altdeponie Fischbach aus der selben Zeit sickert seitlich und vermutlich auch nach unten eine "Brühe" aus, die seitlich von einer Drainage-Einrichtung abgefangen werden muss, damit sie den Lipbach nicht verunreinigt.
Wir befürchten ähnliches auch hier und sehen deshalb dringenden Untersuchungsbedarf.

Welcher Bauschutt und was evtl. außer Bauschutt unter der Pferdekoppel unterhalb der ersten Häuser von Weilermühle liegt, sollte unserer Meinung nach auch untersucht werden.

Diese Forderungen haben wir dem Amt für Wasser- und Bodenschutz mitgeteilt und um Einsichtnahme in das Vorklassifizierungsverfahren gebeten.

Antwort des Amtes für Wasser- und Bodenschutz

Wir finden die Antwort nicht zufriedenstellend.
Z.B. ist nicht die erhöhte Leitfähigkeit an sich ein Problem, es könnten aber die Stoffe, die diese erhöhte Leitfähigkeit bewirken, ein Problem sein. Danach wird leider nicht gefragt.
Und die Sickerwässer aus der Hausmülldeponie will ebenfalls niemand untersuchen.

Wir bleiben dran.