Ortsgruppe Friedrichshafen

Stängel- oder Hohlraum-Bewohner

BUND-Wildbienenhaus im Oberesch  (BUND FN, B.W.)

Ein Wildbienen-Haus oder -Häuschen passt in jeden Garten oder auf jeden Balkon. Es macht Spaß, dem Kommen und Gehen der verschiedenen Wildbienen an so einem Häuschen zuzuschauen.

Nebenbei: die Bezeichnung "Bienen-Hotel" ist irreführend, es enthält nicht  Übernachtungsmöglichkeiten sondern Kinderstuben.

Von Magne Flåten - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9906998

Es gibt einige Dinge, die man beim Bau oder Kauf unbedingt beachten sollte, z.B.:

  • die Röhren, egal ob Schilf, Bambus, gebohrte Löcher in Holz o.ä. müssen sauber ohne querstehende Fasern sein, an denen sich die Bienen die Flügel verletzen können.
  • die Röhren sollten unterschiedliche Durchmesser haben, von 2 bis 9 mm
  • keine Plastik- oder Glasröhrchen
  • keine Risse in den Holzblöcken mit Bohrlöchern
  • trocken und sonnig aufstellen

Viele Hinweise zu guten und schlechten Nisthilfen enthält die Website "Faszination Wildbiene".

Bei der Füllung unserer beiden Wildbienen-Häuser im Oberesch hat die BUND-Kindergruppe mitgeholfen.

Erdbewohner

Mit einem Wildbienen-Haus ist nur einem sehr kleinen Teil der Wildbienen geholfen. Dreiviertel aller Wildbienenarten sind Erdnister. Von den 460 Wildbienenarten hierzulande sind das also 340 Arten!
Diesen Wildbienen fehlen heute oft offene Bodenstellen ohne Vegetation, d.h. sie bräuchten z.B. mehr Brachflächen und weniger Betonmauern und befestigte Hänge. Eine gute Ergänzung zu Wildbienen-Häusern („Insektenhotels“) kann deshalb ein "Sandarium" schaffen. Dies ist eine Erdgrube, die mit feinen Materialien, wie zum Beispiel Sand und Molasse gefüllt und auch von solitär lebenden Wespen und anderen Insekten genutzt wird.

  • Standort sollte regengeschützt und sonnig sein.
  • Flächenbedarf  ca. 50 x 50 cm in der Grundfläche messen und ca. 30 cm tief sein.
  • Diese Grube mit Sand, Molasse, Löß o.a. feinem Material füllen
  • Eine Einfassung mit Steinen, Totholz oder Pflanzen, die an magere Sandböden angepasst sind, sichert die Fläche
  • Auch an einer Schräge kann man ein Sandarium anlegen. Damit es nicht durch Wind-und Wassererosion zerfällt, sollten man die Rück- und Seitenwände mit Steinen einfassen und den Sand zum einfüllen mit Lehm mischen.
  • Pflege: darauf achten, dass kein dichter Bewuchs entsteht und angesiedelte Pflanzen wieder vorsichtig entfernen.

Freude an einem garteneigenen Sandarium? Der BUND zeigt Schritt für Schritt, wie einfach das Anlegen geht: https://www.bund-bawue.de/service/meldungen/detail/news/gartentipp-ein-sandarium-fuer-wildbienen-anlegen/

Weitere gute Website zum Thema Wildbienen im Boden:   wildbee.ch/wildbienen


Aber ohne Futterangebot ist eine Nisthilfe nur wenig wert. Der Garten sollte daher für Wildbienen geeignete Pflanzen haben.