Uferrenaturierung

Das Bodenseeufer ist über weite Strecken nicht mehr in seinem natürlichen Zustand: Aufschüttungen, Ufermauern und andere Uferbefestigungen, Häuser, Gärten, Verkehrswege u.ä. anstelle von Bruchwäldern oder Sumpfwiesen.
An einigen Uferabschnitten bemühen sich die Gemeinden oder Landkreise inzwischen um eine Renaturierung, da die Flachwasserzone für den See und seine Tier- und Pflanzenwelt von großer Bedeutung ist. Der BUND Friedrichshafen begrüßt dieses Bestreben um eine ökologisch bessere Gestaltung der Uferzone.
Leider ist hier häufig "gut gemeint" nicht das selbe wie "gut gemacht". Schon eine Studie der Arbeitsgruppe Bodenseeufer (AGBU) von 2012 belegt dies. Eine kurze Zusammenfassung finden Sie hier.
Eine weitere Studie zu Praxis der Kiesvorschüttungen zeigt, dass der z.B. bei einer Uferrenaturierung eingebrachte Kies durch Wellen und Strömungen verfrachtet und in anderen Uferabschnitten abgelagert wird. Dadurch können wertvolle Lebensräume unter einer dicken Kiesschicht verschwinden.

Die Verwaltungen bezeichnen häufig Baumaßnahmen am Ufer als Renaturierung, wenn z.B. eine Uferbefestigung durch eine schräge Aufschüttung ersetzt wird. Dies bewirkt, wie die beiden oben genannten Studien belegen, in vielen Fällen mehr Schaden als Nutzen. Für Renaturierungsmaßnahmen gibt es u.U. Zuschüsse und es müssen weniger Umwelt-Untersuchungen durchgefüht werden als bei z.B. Infrastruktur-Maßnahmen. 
In diesem Zusammenhang sieht der BUND Friedrichshafen verschiedene Maßnahmen und Vorhaben der Städte und Gemeinden bzw. des Landratsamtes Bodenseekreis sehr kritisch, z.B. der Uferweg in Manzell oder die Strandbadsanierung in Eriskirch.



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