Der BUND begrüßt ausdrücklich Maßnahmen, die Flüsse und Bäche wieder durchgängig machen für Wassertiere.
Unsere Kritik am geplanten Bauvorhaben am Reinachwehr macht sich vor allem daran fest, ob das Umgehungsgerinne, so wie es geplant ist, die ökologisch beste und auch kostengünstigstes Lösung ist.

Das alte Wehr bei der Reinachmühle diente ursprünglich zum Ableiten des Wassers für das Wasserrad der Reinachmühle. Nach Stilllegung des Mühlbetriebes wurde das Wasser zur Stromgewinnung genutzt. Seit einigen Jahren ist auch diese Turbine außer Betrieb, weil sowohl das Wehr als auch die Turbine erneuert werden müssen.
Da ein so hohes Wehr die Wanderung von Wassertieren stark behindert bzw. unmöglich macht, schreibt der Gesetzgeber vor, dass eine Wandermöglichkeit für Fische, Wasserinsekten usw. geschaffen werden muss. Dies soll hier nach den Plänen des Landratsamtes und der Stadtverwaltung durch ein "Umgehungsgerinne" (= künstliches Bächlein, das das Wehr umgeht) erreicht werden.

  

 


 

 

 

 


Ein Teil der Planungsunterlagen
kann von der Homepage der Stadt Friedrichshafen heruntergeladen werden:
http://sitzungsdienst.friedrichshafen.de/vo0050.asp?__kvonr=292098&search=1 
Leider fehlt hier ein Teil der Originalunterlagen, u.a. die genaue Kostenzusammenstellung, die unserer Meinung nach der Aussage des Landratsamtes widerspricht, dass eine Alternativlösung teurer wäre.

 

Hier finden Sie die Stellungnahme des BUND-Kreisverbandes und die Antwort des Landratsamtes darauf zum herunterladen.

Wer sich näher mit dem Thema "Durchgängigkeit für Tiere in Fließgewässern" beschäftigen möchte, findet z.B. bei der LUBW Fachliteratur:
http://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/Entry..search/?terms=Durchg

Nach dem Bau

Die beim Bau entstandenen "Kollateralschäden" sind beträchtlich. Ein großer Teil der alten Laubbäume direkt am Ufer wurde gefällt, entgegen der Zusage des Landratsamtes.

Durch die Rampe am Wehr wurde ein Wasseramsel-Brutplatz zerstört. Es soll geprüft werden, ob er nach der vollständigen Wehrsanierung durch einen Nistkasten ersetzt werden kann.

Positiv ist, dass die Fläche inzwischen mit Laubbäumen aufgeforstet wurde.

Ufervegetation vor dem Bau
Blick von oben auf diese Stelle nach dem Bau
Ufervegetation vor dem Bau (das Wehr ist rechts am Bildrand)
Nach dem Bau: der Hund steht etwa da, wo man auf dem Bild links hinschaut.
Selbst auf dem östlichen Rotachufer, wo gar nicht gebaut wurde, wurden die Laubbäume gefällt.


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